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Feldbericht

Die Einschläge kommen näher

Über den Unterschied zwischen informiert sein und vorbereitet sein

30. August 2026 · 5 Minuten

Die Nachrichten sind diese Woche näher gekommen, als die meisten Leute zugeben wollen. Nicht als Theorie. Als Bild: eine Drohne mit Sprengstoff auf einem deutschen Flughafen. Danach der übliche Betrieb. Wer hat schuld. Wer hätte es wissen müssen. Wer muss jetzt hart durchgreifen. Wer übertreibt.

Ich bin kein Lagezentrum. Ich habe denselben Feed wie du. Wo ich Zahlen habe, nenne ich sie. Hier habe ich keine. Ich weiß nicht, wer die Drohne geschickt hat. Ich weiß, dass mein Handy sie mir serviert hat, bevor die Kinder wach waren.

Wer sehen kann, merkt es schon länger. Nicht nur diese eine Meldung. Die Lage rückt näher, in Schritten, die einzeln immer noch erklärbar sind. Ein Flughafen. Ein Preis. Ein System, das dünner wirkt als vor fünf Jahren. Wer nicht sehen will, nennt das Panik. Wer nur sieht und nichts tut, nennt das Informiertsein.

Beides kenne ich.

Die Übung, in der ich gut geworden bin

Ich habe lange die bessere Meinung geübt. Zur Lage. Zu den Verantwortlichen. Zu denen, die es hätten kommen sehen müssen. Die Meinung war oft nicht falsch. Der Dienstag wurde davon nicht fester.

Ich war informiert. Ich war empört. Ich habe gewählt. Am Tisch war ich trotzdem dünner als in der Woche davor.

Schimpfen ändert den Dienstag nicht. Andere verantwortlich machen auch nicht. Wählen darfst du. Es ist sogar deine Sache. Es ist nur kein Plan für das Haus.

Opfer sein fühlt sich wie Teilnahme an. Man hat den Thread gelesen. Man hat eine Haltung. Man hat geteilt. Man hat das Gefühl, man sei dabei, während draußen jemand endlich etwas tut. Das ist eine Übung. Man wird besser darin. Der Körper führt trotzdem Buch. Die Kinder gucken trotzdem. Der Schrank bleibt trotzdem, wie er ist.

Ich habe beschlossen, das nicht mehr zu sein.

Nicht, weil ich ruhig geworden bin. Nicht, weil ich die Lage für harmlos halte. Weil danach vielleicht niemand mehr Zeit hat, den Umschlag zu ordnen. Weil ich meinen Kindern nicht als Hoffnung hinterlassen kann, dass schon jemand kommen wird, wenn es eng wird. Ein Minister, eine App, ein Mann mit einem Plan.

Es kommt niemand. Das gilt für den Kopf. Das gilt für den Vorrat. Das gilt für den Satz, den du sagst, wenn du selbst dünn bist.

Vorbereitet sein ist keine Panik. Warten ist eine.

Ich meine damit kein Theater im Keller. Kein Mann, der Dosen stapelt und den Nachbarn belehrt. Ich meine das Haus.

Schlaf, der hält. Zwei Tage Essen, das ihr sowieso esst. Die Papiere in einem Umschlag, den ein anderer in der Familie findet, ohne dich zu fragen. Ein Körper, der ein Kind die Treppe hochträgt. Bargeld für ein paar Tage, falls die Karte streikt. Eine Absprache: wenn X, dann Y. Eine Stunde in der Woche, in der das Handy in der Schublade bleibt, bis das erledigt ist.

Das meiste davon habe ich Jahre vor mir hergeschoben. Immer mit einem guten Grund. Die Woche war voll. Die Lage würde sich klären. Es war noch nicht so weit.

Es ist eine Weile so weit, bevor es so aussieht.

Wer die Welt retten will, fängt selten beim Wasser an. Wer ein Haus führen will, schon.

Was diese Woche geht

Ich kann die Einschläge nicht stoppen. Ich kann aufhören, sie als Unterhaltung zu benutzen. Ich kann den Teil klären, der in meiner Küche liegt, solange der Tisch noch mein Tisch ist. Wer das nicht tut, gibt die Form seiner Woche an Leute ab, die ihn nicht kennen und nicht lieben.

Diese Woche eine Stunde. Nicht für die Lage. Für das Haus. Ein Umschlag. Zwei Tage Essen. Dann erst der Feed.

Wenn du das für übertrieben hältst, ist das eine Antwort. Dann kommst du nicht wieder, und ich nehme es niemandem übel.

Wenn du bleiben willst: Sonntag. Dieselbe Stelle. Ich bin dann hier.

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